BUND Regionalverband Bodensee-Oberschwaben
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Ländle Leben lassen - Volksantrag Flächenverbrauch

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Flächenfraß zerstört unsere Kulturlandschaft und die artenreiche Natur. Um die Landespolitik zu wirkungsvollen Maßnahmen zum Flächenschutz zu bewegen, hat der BUND Baden-Württemberg zusammen mit mehr als 15 weiteren Organisationen und Verbänden einen Volksantrag auf den Weg gebracht.

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Mach mit beim Volksantrag

Der Flächenverbrauch ist eines der größten Umweltprobleme Baden-Württembergs und bedroht nicht nur Natur und Landwirtschaft, sondern auch die Lebensqualität in unserem Bundesland. Der landesweite Flächenverbrauch – also die Umwandlung von unbebauter Natur in Siedlungs- und Verkehrsflächen – lag in Baden-Württemberg in den letzten Jahren im Schnitt bei 5 bis 6 Hektar pro Tag, und aktuell ist sogar ein erneuter Anstieg zu verzeichnen. Das ist deutlich zu viel, denn mit jeder neu versiegelten Fläche gehen Böden für die Lebensmittelproduktion, Landschaften, seltene Lebensräume und Biotope unwiderruflich verloren.

Mit dem Volksantrag „Ländle leben lassen“ wollen wir ein starkes Zeichen setzen und den ungezügelten Flächenfraß stoppen.

Vom 28. April 2023 an sammeln daher der BUND und mehr als 15 weitere Verbände gemeinsam Unterschriften. Dabei brauchen wir Ihre Unterstützung! Wenn 39.000 Menschen den Antrag unterzeichnen, muss der Landtag über die im Volksantrag erhobenen Forderungen beraten und uns anhören.

Alle Infos zum Volksantrag und Erklärungen, warum Flächenschutz so wichtig ist, finden Sie hier: www.laendle-leben-lassen.de !

Seid dabei, holt euch die Formulare oder Werbematerial bei uns im Naturschutzzentrum oder zum Download und Druck auf der Webseite zum Volksantrag !

Habt ihr Ideen zur Unterschriftensammlung oder öffentlichkeitswirksame und kreative Ideen, auf das Thema aufmerksam zu machen? Dann meldet euch bei maike.hauser@bund.net

 


 

Hintergrund

Bedrohte Lebensräume

Die Flächenverluste sind eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit. Täglich werden in Baden-Württemberg 6,2 Hektar Fläche zugebaut (Stand 2021). Schaut man auf die letzten beiden Generationen, so haben sie so viel neue Siedlungsfläche in Anspruch genommen wie alle 80 Generationen zuvor: Breite Schnellstraßen zerschneiden Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten. Üppige Gewerbegebiete vernichten fruchtbaren Ackerboden. Einfamilienhausgebiete verdrängen an den Ortsrändern wertvolle Naturräume und Biotope. Darunter leidet nicht nur die Natur, sondern auch die Lebensqualität: Das gewohnte Landschaftsbild wird zerstört, Grüngürtel verschwinden und durch die zunehmende Zersiedelung verlängern sich Anfahrtswege zur Arbeit oder in Naherholungsgebiete, während in vielen Dörfern Ortskerne veröden.

Gründe für den Flächenverbrauch

Für den hohen "Flächenfraß" gibt es verschiedene Ursachen: Zunehmende Wohnfläche pro Kopf, Niedrigzins, das staatliche Subventions- und Steuersystem, die Aufweichung des Baugesetzbuches (§13b), bestimmte Wertvorstellungen und die maßgeblich durch Gentrifizierung vorangetriebene Wohnungsnot in den Großstädten. So ist beispielsweise das Wohnen im Eigenheim im Grünen für viele Menschen ein Ideal. Dies wird auch vielfach staatlich begünstigt. Absurderweise zerstört dieser Wunsch als Massenerscheinung genau das, was man gewinnen will: die Nähe zur freien Natur. Auch die Mobilität ist nicht mehr zeitgemäß. Straßen zerschneiden Quartiere, durch Parkplätze für Autos gehen für die innerstädtische Lebensqualität wertvolle Flächen verloren.

Flächenverbrauch in Bodensee-Oberschwaben

In Oberschwaben sind in den letzten Jahren besonders viele Freiflächen für Siedlung, Gewerbe oder Verkehr versiegelt worden. Der §13b BauGB zur beschleunigten Schaffung von Wohnraum ohne Umweltprüfung wurde in fast keiner Region so häufig von Kommunen genutzt wie bei uns in der Region. Auch für die Zukunft sind in der Region insgesamt eine große Menge an Flächen für die Versiegelung freigegeben. Denn der neue Regionalplan Bodensee-Oberschwaben, der aktuell noch zur Genehmigung auf Landesebene vorliegt, ermöglicht für die nächsten 15 Jahre weitere 2.200 ha für Siedlung und Gewerbe!

Auf Bundesebene soll jedoch die Versiegelung bis 2030 bei unter 30 ha/ Tag liegen und bis 2050 eine Nettoflächenneutralität erlangt sein. Auf Landesebene ist die Netto-Null sogar bis 2035 vorgesehen.

 

BUND-Forderungen zum Flächenverbrauch (u.a.)

  • Flächenverbrauch bis 2030 auf Netto-Null senken!
  • Baulücken schließen, Industrie- und Gewerbebrachen revitalisieren!
  • Städte der kurzen Wege entwickeln!
  • Vorrang der Innen- vor Außenentwicklung!
  • Verkehrsentwicklung bei der Siedlungsplanung mitdenken!
  • Flächensparende Gewerbegebiete: mehrstöckig statt eingeschossig bauen!
  • Räumliche Eingriffe durch Arten- und Naturschutzmaßnahmen ausgleichen!
  • Freiräume und landesweiten Biotopverbund verbindlich vor Überbauung durch Gewerbe-, Industrie und Wohnbebauung sowie Verkehrswege schützen!
  • § 13b Baugesetzbuch abschaffen; restriktive Vorgaben für Kommunen setzen!

Weitere Info’s

 

Hier direkt Unterschriftenblatt als PDF Downloaden & Ausfüllen!

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