BUND-Jubiläumsvortrag: Naturschutz durch extensive Landnutzung

02. November 2026

Verleihung der Landesehrennadel an Alfred Bauernfeind

Bild: BUND Sigmaringen

Auf Einladung der BUND-Ortsgruppe Sigmaringen referierte Dr. Markus Rösler, Landtagsabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen von 2011-2026 und dessen Sprecher für Naturschutz und Finanzen, zum Thema´ Von Zauneidechsen und Zaunkönigen, von Streuobst und Steinbrüchen: Unsere Verantwortung für die Jahrhundertaufgabe Naturschutz ´. 
In seinem Festvortrag aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der BUND-Ortsgruppe betonte der ausgewiesene Naturschutzexperte, dass nach Artikel 20a Grundgesetz der Staat auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungs-mäßigen Ordnung zu schützen verpflichtet ist. 

Markus Rösler plädiert für eine Verknüpfung von Ökologie, Ökonomie und auch von sozialen Aspekten. So sind für ihn Apfelsaft- und Mosttrinker Naturschützer, insbesondere wenn sie Produkte von heimischen extensiv bewirtschafteten Streuobstwiesen konsumieren. Über 6000 Arten seien auf Streuobstwiesen schon nachgewiesen worden. 

Er trat für eine stärkere Verknüpfung von Naturschutz, landschaftstypischen Produkten und Tourismus ein. Beispiele seien Schaffleisch von der Schwäbischen Alb oder Apfelsaft vom Biosphärengebiet Schwäbische Alb oder vom Naturpark Obere Donau. Generell sei wichtig, dass Erzeuger naturschutzfreundlich erzeugter Produkte, ob hier im Land oder in Ländern des Globalen Südens, einen fairen Preis erhielten. Es müsse die Möglichkeit geben, durch Naturschutz Geld zu verdienen. Das sei auch eine Frage der inneren Einstellung zum Wert von Nahrungsmitteln.

Bei den FFH-Arten Biber und Zauneidechse ermutigte Rösler die Verantwortlichen in den Behörden, gesetzliche Ermessensspielräume zu nutzen, in Konfliktfällen das Gespräch zu suchen und zu vermitteln und auch Pragmatismus zu üben. Dies sei wichtig für die Akzeptanz von Naturschutz.

Dem Festvortrag voraus gingen Grußworte von Sigmaringens Bürgermeister Dr. Marcus Ehm und Daniel Dahler, Leiter des Fachbereichs Natur und Energie beim Landratsamt Sigmaringen. Sie würdigten die vielfältige Arbeit der BUND-Ortsgruppe in den Bereichen Arten- und Biotopschutz, Klimaschutz, Fairtrade sowie Umweltbildung.

Ein Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Landesehrennadel an den Vorsitzenden der Sigmaringer Ortsgruppe des Naturschutzbunds (NABU ), Alfred Bauernfeind. In seiner Laudatio hob Bürgermeister Dr. Ehm dessen jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement für den Naturschutz vor Ort hervor. Dazu gehörten zahlreiche Exkursionen, Vortragsveranstaltungen, die Betreuung des Kräutergartens in Inzigkofen sowie umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit. Nicht unerwähnt blieb auch seine Zusammenarbeit mit dem Schwäbischen Albverein, dem Kneippverein und dem Obst- und Gartenbauverein Laiz. Außerdem kooperierten BUND und NABU beim Krötenprojekt an der Straße nach Ablach.

Zum Schluss forderte Gerhard Stumpp die Gäste auf, die aufgestellten Informationstafeln des BUND zu studieren. Darunter die Siedlungsentwicklung von Sigmaringen. Hier sei zu sehen, dass sich die Bevölkerung der Kernstadt von Sigmaringen seit den 1950er Jahren knapp verdoppelt habe, während die Verkehrs- und Siedlungsflächen sich um den Faktor 3,5 ausgedehnt hätten.

 

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