Die Umweltschutzverbände BUND, LNV und NABU sind der Ansicht, dass die Ziele der Landesregierung, sich beim Flächenverbrauch auf max. 2,5 ha am Tag zu beschränken, sich im Regionalplanentwurf zwingend abbilden müssen. Dies sehen sie als nicht umgesetzt an. Im vorliegenden Entwurf werden die Flächenverbrauchsziele des Landes mindestens um das Doppelte, in manchen Landkreisen sogar um das Dreifache überschritten.
Die im Regionalplan definierten Mindestdichten für Wohnbau erreichen das Ziel, einer Reduktion des Flächenverbrauchs nicht. “Benötigt werden Mindestdichten von 65 WE/ha auch im ländlichen Raum”, meint Dr. Antje Boll, Geschäftsführerin des BUND Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben.
Der Ansatz, regionale Entwicklung flächenmäßig nur über Ausschlussgebiete in der Freiraumplanung zu definieren, verschiebt die Verantwortung für den Flächenverbrauch auf die Flächennutzungspläne und die kommunale Bauleitplanung. “Leider neigen die Planungs- und Vorhabenträger dazu, die zu überplanenden Flächen immer maximal auszuschöpfen und darüber hinaus, wenn ihnen keine klaren Grenzen durch die Regionalplanung gesetzt werden. Die Definierung von Bereichen für Siedlung und Gewerbe über den Regionalplan ist unerlässlich, um weiterem Raubbau an der Natur Vorschub zu leisten”, so Boll.
Großen Nachholbedarf hat die Region bei der Infrastruktur für Bahn (Elektrifizierung, teilweiser zweigleisiger Ausbau von Schienenstrecken und Reaktivierung von Strecken), ÖPNV und sicheren Radwegen. Hier muss erheblich investiert werden. Bei Bahn und Bus sind Halbstunden-Takt-Verbindungen auf den Hauptstrecken und eine Anbindung aller Siedlungen auch im ländlichen Raum im Stundentakt anzustreben. Auch dies stellt ein Ziel der Landesregierung dar, das im vorliegenden Entwurf nur unzureichend berücksichtigt wurde.