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BUND Regionalverband Bodensee-Oberschwaben

10 Gründe gegen 1.000 Kühe

Warum wir den Mega-Stall in Ostrach-Hahnennest ablehnen

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1. Das Grundwasser weist jetzt schon zu viel Nitrat auf

Der Stall und auch ein Großteil der Flächen liegen in den Wasserschutzgebieten, die bereits schon zu hohe Nitratwerte aufweisen. Teilweise liegen sie sogar über dem zulässigen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. Durch den 1.000 Kühe Stall können die Stickstoffwerte im Grundwasser und den umliegenden Schutzgebieten noch weiter erhöht werden.

2. Es gibt ungeklärte Auswirkungen auf die Schutzgebiete „Taubenried“ und „Pfrunger-Burgweiler-Ried“

Es gab keinerlei Vorprüfung und Verträglichkeitsprüfung über die Auswirkungen auf die umliegende Fauna- und Flora-Habitat-Schutzgebiete. Somit sind die Umweltauswirkungen weder transparent noch nachvollziehbar dargestellt.

3. Das Brandschutzkonzept ist unzureichend

Ein tiergerechter Brandschutz kann nicht vollständig und ausreichend gewährleistet werden. Im Falle eines Brandes muss bei einem so großen Tierbestand mit erheblichen Schäden für das Tier-Wohl gerechnet werden.

4. Der Mega-Stall ist eine negative Änderung der Flächennutzung

Durch die Flächenversiegelung und den damit einhergehenden völligen Verlust aller Bodenfunktionen, entsteht ein sehr hohes ökologisches Risiko. Es ist nicht nur ein Eingriff in das zu schützende Gut Boden, sondern auch in das Schutzgut Wasser/Grundwasser. Durch die Versiegelung des Dauergrünlandes kommt es zu einer Wasserrückhaltung und die Neubildung von Grundwasser wird potenziell verhindert.

5. Fehlerhafte Prüfung der Umweltverträglichkeit (UVP)

Eine UVP muss durchgeführt werden, wenn bei einem Vorhaben erhebliche, nachteilige Umweltbelastungen vermutet werden. Diese werden eigentlich im Vorfeld der Entscheidung festgestellt, beschrieben und bewertet. Eine UVP wurde bei diesem Bauvorhaben nicht durchgeführt. Ebenso wenig eine FFH-Vorprüfung oder eine FFH-Verträglichkeitsprüfung (Prüfung der Verträglichkeit dieses Projektes mit geschützter Fauna und Flora).

6. Verlust von Biodiversität und Artenvielfalt

Durch den großflächigen Anbau von Energiepflanzen und Futtermitteln entstehen Monokulturen, die sehr folgeschwere Auswirkungen auf die Biodiversität und Artenvielfalt haben. Zusätzlich werden die Nährstoffe im Boden nur einseitig genutzt, was dem Boden schadet und ihn weniger fruchtbar macht.

 

7. Tier-Wohl geht anders

Für die Kühe ist kein Weidegang vorgesehen, sie leben 365 Tage im Jahr im Stall. Der harte Beton-Boden ist nicht gut für ihre Klauen ist. Die Kühe bekommen kaum Freiluft, Auslauf und können kein frisches Gras grasen. Sollte eine Kuh nicht genügend Milch geben, wird ihr Kraftfutter zu gefüttert, was für Wiederkäuer eigentlich nicht geeignet und somit auch nicht artgerecht ist.

8. Schädlich für das Klima

Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und somit auch der Bodenbearbeitung werden schädliche Gase freigesetzt. Je mehr gedüngt wird, desto weniger Sauerstoff befindet sich im Boden und desto mehr N20 (Lachgas) entsteht und kann auch entweichen. Lachgas ist eines der schädlichsten Gase für den Treibhauseffekt. Es ist 295-mal schädlicher als CO2 und 12-mal schädlicher als CH4 (Methan). Ebenso wird mit einer steigenden Anzahl der Tiere in einem Betrieb der technische Aufwand zur Futtermittelbeschaffung /-produktion immer aufwendiger und der CO2-Ausstoß intensiver.

9. Antibiotika im Grund- und Oberflächenwasser

Die Behandlung kranker Tiere erfolgt meist durch die Verabreichung von Antibiotika. Ihre Rückstände landen dann im Gärrest und in der Gülle.  Eine erschreckende Untersuchung von Greenpeace zeigte, dass in 13 von 19 untersuchten Gülleproben Resistenzen gegen Antibiotikagruppen vorhanden waren. Gülle und Gärreste sorgen also regelrecht für eine Verteilung von multiresistenten Keimen.

10. Keine Flächengebundene und standortgerechte Tierhaltung

Für uns, den BUND, kann man nur von einer umweltgerechten Tierhaltung sprechen, wenn die Tiermenge der Flächengröße angepasst ist, der Betrieb mindestens 50% der Futtermittel selbst herstellt und pro Standort und Betrieb eine begrenzte Anzahl an Tieren gehalten wird. Hier ist dies leider nicht gegeben. Hier müssen 2/3 der benötigten Futtermittel zugekauft werden, die Anzahl der Tiere ist zu groß für den Standort und es ist keine Weidehaltung bei diesem Betrieb gegeben, da zu wenig Flächen vorhanden sind.

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