BUND Regionalverband Bodensee-Oberschwaben

Geschäftsführer der Energieagentur RV beim BUND Sigmaringen

21. November 2022

Sofort mehr als 20 % Energie einsparen, 100% erneuerbare Energien anstreben

Vertreter des BUND-Sigmaringen, Gerhard Stumpp übergibt Dankeschön an Energieagentur  (BUND Sigmaringen)

Walter Göppel, Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg, machte in seinem Vortrag beim BUND Sigmaringen am 10. November 2022 deutlich, dass jede eingesparte Kilowattstunde Strom bzw. Wärmeenergie dabei helfe, ein Stück weiter aus der Abhängigkeit von russischen und anderen Gaslieferungen herauszukommen. Die Einsparungen seien Schritte zur notwendigen Klimaneutralität.

Zunächst hielt der Referent fest, dass der Erdgasanteil bei der Wärmeversorgung im Landkreis Sigmaringen bei ca. 52% liege und damit sehr hoch sei. Die neuen Bundesverordnungen zu Höchsttemperaturen in öffentlichen Räumen und Maßnahmen zur Energieeinsparung in Unternehmen sollen dazu beitragen, den Gasbedarf um mindestens      20 % zu verringern.

Im Bereich der regenerativen Stromerzeugung stehe der Landkreis vergleichsweise gut da. Ca. 74% des Strombedarfs werde regenerativ erzeugt. Allerdings betrage die regenative Wärmeabdeckung lediglich ca. 21 %. Hier bestehe noch großer Handlungsbedarf, z.B. über den Bau von Nahwärmenetzen wie z.B. in Bad Waldsee.

Zu den Einsparpotentialen beim Heizen der einzelnen Bürger gehörten unter anderem das richtige Einstellen von Umwälzpumpen ( nicht unbedingt Stufe 3 ), die Dämmung von Rohren und Armaturen, die angepasste Einstellung von Zeitschaltuhren  sowie der Einbezug von Solaranlagen.

Der Referent nahm auch eine Priorisierung der Nutzung von Photovoltaik-Anlagen auf dem eigenen Dach vor. Er sehe die Eigennutzung des selbst erzeugten Stroms an erster Stelle, danach kämen das Aufladen eines Elektroautos, die Erzeugung von Warmwasser mit Hilfe eines Heizstabes und erst zuletzt die Batteriespeicherung oder Einspeisung des PV-Stroms ins öffentliche Netz.

Das Klimaschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg sehe Klimaneutralität bis 2040 vor. Der öffentlichen Hand komme eine Vorbildfunktion zu. Dadurch würden sich auch die Kriterien zum Erreichen des Goldstandards beim European Energy-Awards deutlich verschärfen.

Als vorbildlich erachtet der Fachmann das Bonusprogramm für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen in Neubaugebieten der Stadt Leutkirch. Wer klimafreundlicher als der Mindeststandard und nachhaltig baut, bekommt einen Zuschuss durch die Stadt.

 

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